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Haushalt

Warum die meisten Rücklagen nicht an der Sparrate scheitern

Selbst ansparen ist der einfachste Weg und der, der am leichtesten wieder zerfällt. Drei Eigenschaften entscheiden, ob das Geld im Bedarfsfall tatsächlich da ist.

Stand: 04.08.2026 · 8 Minuten Lesezeit

Von den Wegen, eine spätere Bestattungsausgabe vorzubereiten, ist der einfachste zugleich der unauffälligste: regelmäßig selbst Geld zurücklegen. Kein Vertrag, keine Wartezeit, keine Gesundheitsfragen. Die Verbraucherzentrale nennt ihn ausdrücklich als Alternative zur Sterbegeldversicherung. Er scheitert im Alltag trotzdem oft, und fast nie an der Sparrate.

Die Rechnung ist schlicht

Reine Einzahlungen ohne Zinsen, Inflation und Gebühren. Die Tabelle ist keine Renditeerwartung und behauptet nicht, dass eine bestimmte Sparrate ausreicht. Sie zeigt nur, wie ein Puffer schrittweise entsteht.
Monatlich3 Jahre7 Jahre12 Jahre20 Jahre
15 €540 €1.260 €2.160 €3.600 €
25 €900 €2.100 €3.600 €6.000 €
35 €1.260 €2.940 €5.040 €8.400 €
50 €1.800 €4.200 €7.200 €12.000 €

Interessanter als die Zahlen ist die Frage, warum solche Rücklagen oft nicht bis zum Ende durchhalten.

Erstens: getrennt

Eine Rücklage, die auf dem Girokonto liegt, ist keine Rücklage, sondern ein Kontostand. Sie wird beim nächsten größeren Posten mitverbraucht, ohne dass jemand eine bewusste Entscheidung getroffen hätte. Die neue Waschmaschine kostet nicht die Waschmaschine, sondern die Vorsorge.

Ein eigenes Unterkonto oder ein separates Tagesgeldkonto löst das mit minimalem Aufwand. Ein Dauerauftrag am Monatsanfang ist dabei zuverlässiger als der Vorsatz, am Monatsende zu überweisen, was übrig ist.

Zweitens: dokumentiert

Dieser Punkt entscheidet darüber, ob die Rücklage im Bedarfsfall überhaupt gefunden wird. Angehörige wissen häufig nichts von einem separaten Konto, und Kontoauszüge lassen sich nicht ohne Weiteres einsehen.

Ein Vermerk in der Notfallmappe genügt: bei welchem Institut, zu welchem Zweck, wer im Bedarfsfall Zugriff hat. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einem Hinweiszettel und einer echten Kontovollmacht. Ersterer sagt, dass Geld da ist. Nur letztere ermöglicht den Zugriff, und sie wird bei der Bank eingerichtet.

Das ist zugleich der Punkt, an dem sich die Rücklage vom Versicherungsprodukt unterscheidet: Eine Police meldet sich über die Versicherungsnummer. Ein Sparkonto meldet sich nicht.

Drittens: verfügbar

Bestattungsrechnungen kommen zeitnah, und der Zeitpunkt lässt sich nicht wählen. Eine Anlage mit mehrjähriger Bindung passt dazu nur bedingt.

Wichtiger als der letzte Zehntelprozentpunkt Zinsdifferenz ist, dass das Geld ohne Verzug und ohne Kursrisiko zur Verfügung steht. Aus demselben Grund sind schwankende Anlageformen für genau diesen Zweck ungeeignet, unabhängig davon, wie sinnvoll sie für andere Ziele sein mögen.

Zur Sicherheit: Guthaben auf Giro-, Tagesgeld-, Festgeld- und Sparkonten sind in der EU gesetzlich bis 100.000 Euro je Person und Institut geschützt, bei Gemeinschaftskonten bis 200.000 Euro. Für eine Bestattungsrücklage ist diese Grenze praktisch nie das Thema.

Wie hoch die Rate ansetzen

Eine Rate, die im ersten Monat komfortabel wirkt und im achten Monat stört, wird nicht durchgehalten. Praktikabler ist es, mit einem Betrag zu beginnen, der auch in einem schlechteren Monat nicht auffällt, und ihn später anzuheben.

Als Orientierung dient die Zielgröße aus einem örtlichen Angebot, geteilt durch den Zeitraum, den man realistisch ansetzt. Wichtiger als die exakte Zahl ist, dass die Rate überhaupt läuft. Eine Rücklage, die nach zwei Jahren noch besteht, schlägt jede rechnerisch optimale, die nach vier Monaten eingestellt wurde.

Die realistische Zielgröße

Als Anhaltspunkt nennt die Verbraucherzentrale, dass selbst einfache Bestattungen schnell 3.000 bis 5.000 Euro kosten. Belastbarer ist der eigene Ort, denn allein die kommunale Grabgebühr schwankt erheblich: Für ein Sarg-Reihengrab reicht die Spanne unter deutschen Großstädten von 887 Euro in Berlin bis 4.294 Euro in Moers.

Wer die Gebührensatzung der eigenen Kommune anschaut und ein örtliches Angebot einholt, kennt seine Zielgröße auf wenige hundert Euro genau. Details dazu stehen im Beitrag zu den Friedhofsgebühren.

Was die Inflation damit macht

Die Tabelle oben zeigt reine Einzahlungen. Über zwölf oder zwanzig Jahre verändert sich die Kaufkraft spürbar, und Bestattungskosten sind davon nicht ausgenommen. Kommunale Gebührensatzungen werden regelmäßig neu kalkuliert, meist nach oben.

Zwei Konsequenzen folgen daraus. Erstens sollte die Zielgröße alle drei bis fünf Jahre überprüft werden. Zweitens ist ein verzinstes Konto einem unverzinsten vorzuziehen, ohne dass daraus ein Anlagethema werden müsste. Für diesen Zweck zählen Verfügbarkeit und Verlässlichkeit mehr als Rendite.

Der Vergleich, der sich lohnt

Wer zwischen eigener Rücklage und Versicherung schwankt, kann beide direkt gegenüberstellen: derselbe Monatsbetrag, derselbe Zeitraum.

Gegenüberstellung der Eigenschaften, keine Empfehlung. Welche Variante passt, hängt vom Einzelfall ab.
EigenschaftEigene RücklageSterbegeldversicherung
Verfügbar am ersten Tagnur das Angesparteje nach Wartezeit die volle Summe
Gesundheitsfragenkeineje nach Tarif
Zweckbindungkeine, das ist Vor- und Nachteilja
Auffindbarkeitnur wenn dokumentiertüber die Versicherungsnummer
Anpassbarkeit der Ratejederzeitnur nach Vertragsbedingungen
Bei vorzeitigem Abbruchdas Angesparte bleibtRückkaufswert, anfangs oft deutlich niedriger

Dieser Vergleich beantwortet die Frage nicht automatisch. Aber er macht sichtbar, wofür der Aufpreis einer Police tatsächlich bezahlt wird, und das ist mehr, als die meisten Werbeanzeigen offenlegen. Welche acht Angaben ein Policenvergleich braucht, steht im Beitrag dazu.

Quellen

  • Verbraucherzentrale: Sterbegeldversicherungen rechnen sich oft nicht. Stand 12.08.2026. Verwendet für die Kosteneinordnung und die Nennung des eigenen Sparens als Alternative. verbraucherzentrale.de
  • Aeternitas, Verbraucherinitiative Bestattungskultur: Friedhofsgebühren aller Großstädte im Vergleich. Verwendet für die Bandbreite der kommunalen Gebühren. aeternitas.de
  • Einlagensicherungsgesetz (EinSiG), gesetzliche Sicherung von Einlagen bis 100.000 Euro. gesetze-im-internet.de

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Verbraucherinformation. Er stellt keine Rechts-, Versicherungs-, Steuer-, Finanz- oder Sozialberatung dar und empfiehlt kein bestimmtes Produkt und keinen bestimmten Anbieter. Kosten und Vertragsbedingungen unterscheiden sich nach Region, Bestattungsform und Anbieter. Die Angaben beziehen sich auf den oben genannten Stand.

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  • Woraus sich eine Bestattungsrechnung zusammensetzt und warum sie regional so stark schwankt
  • Welche Vorsorgewege es gibt und woran sie sich unterscheiden
  • Wer nach dem Gesetz zahlt und wann eine Kostenübernahme in Betracht kommt
  • Welche Unterlagen Angehörige im Bedarfsfall wirklich brauchen

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